Mut heißt machen –
Die Internistin und der Weg zur eigenen Stärke

„Vielleicht sage ich besser nichts …“ Dieser Gedanke hält Frauen oft davon ab, Raum einzunehmen.

Wie oft entstehen im Berufsalltag Situationen, in denen man etwas ansprechen möchte – und sich im letzten Moment doch zurücknimmt? Aus Angst, „schwierig“ zu wirken. Aus Sorge, Harmonie zu gefährden. Oder weil der eigene Zweifel plötzlich lauter wird als die eigene Überzeugung.

Genau hier setzt Die Internistin an. Mit der zweiteiligen Workshopreihe „Mach dich stark" schafft Die Internistin einen Rahmen, in dem Denk- und Verhaltensmuster sichtbar werden, die Frauen im medizinischen Alltag häufig daran hindern, klar Position zu beziehen – und vor allem, die eigene Stärke bewusst wahrzunehmen. Gemeinsam mit Michaela Ernst, Journalistin, TEDx-Speakerin und Mit-Begründerin des österreichischen Wirtschaftsmagazins „Sheconomy“ arbeiteten die Teilnehmerinnen daran, diese Muster nicht nur zu erkennen, sondern aktiv zu verändern.

Eine Gruppe von Frauen steht umgeben von Pflanzen auf einer Terrasse, alle lächeln in die Kamera.

Gesellschaftliche Muster sichtbar machen

Viele Verhaltensweisen entstehen nicht aus persönlicher Schwäche, sondern aus gesellschaftlich geprägten und von klein auf verinnerlichten Mustern. Frauen wird früh beigebracht, sich anzupassen, Harmonie aufrechtzuerhalten und nicht „zu laut" aufzutreten. Im beruflichen Kontext – besonders in Führungspositionen – sind genau diese Verhaltensweisen kontraproduktiv.

Obwohl Frauen in leitenden Funktionen längst selbstverständlich sein sollten, zeigt der Alltag vieler Medizinerinnen, dass das Geschlecht weiterhin eine Rolle spielt: in der Kommunikation, in der Wahrnehmung von Autorität, in den Erwartungen an Auftreten und Verhalten.

Die Internistin macht diese Muster in der Workshopreihe sichtbar – und gibt Werkzeuge, um sie zu durchbrechen.

Stärken benennen, Position beziehen

Im Zentrum steht die Frage: Wie können Frauen ihre eigene Position stärken, ohne sich dabei zu verbiegen? Die Internistin lud die Teilnehmerinnen der beiden Workshops ein, eigene Stärken und Verantwortung aktiv sichtbar zu machen. Unter dem Motto „Nimm dich wichtig – und rede darüber!" wird der Blick gezielt auf Kompetenzen gerichtet, die vorhanden sind – und die es verdienen, klar nach außen kommuniziert zu werden.

Mehrere Frauen sitzen um einen grauen Tisch und arbeiten konzentriert. Am Tisch liegen bunte Post-Its und Stifte herum.

Konzentriertes Arbeiten an den eigenen Denk- und Verhaltensmustern.

Warum sagen wir oft nichts, obwohl wir etwas sagen möchten?

Wie schnell relativieren Frauen die eigene Meinung mit Sätzen wie „Vielleicht irre ich mich, aber …" oder „Ich will jetzt keine Diskussion auslösen"? Anhand des 4-Ohren-Modells nach Schulz von Thun und praktischer Übungen beleuchtete Michaela Ernst, warum Frauen im Berufsalltag oft zurückhaltender reagieren, Konflikte vermeiden oder die eigene Position abschwächen – obwohl sie fachlich vollkommen sicher sind.

Besonders aufschlussreich ist dabei der Blick auf Verlust-Aversionen: Häufig geht es nicht um fehlendes Können, sondern um die Angst, Harmonie, Zugehörigkeit oder Anerkennung zu verlieren. Die Analyse allein reicht dabei nicht. Die Workshopreihe von Die Internistin vermittelt konkrete Werkzeuge: Wie kommuniziere ich klarer? Wie bleibe ich ruhig, wenn Druck entsteht? Wie stehe ich für meine Position ein, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen? Ergänzt durch Körperarbeit, Atemübungen und bewusste Präsenz – denn innere Klarheit beginnt oft bei der eigenen Haltung.

Mut heißt: machen

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Sondern trotz Angst oder Unsicherheit ins Tun zu kommen. In den Workshops reflektieren die Teilnehmerinnen persönliche Situationen, in denen sie Mut gezeigt haben – durch das Formulieren eines schwierigen Bedürfnisses, das Ansprechen eines Problems oder das bewusste Einnehmen von Raum im beruflichen Kontext.

Die zentrale Botschaft: Selbstwirksamkeit entsteht durch Erfahrung. Wer beginnt, für sich einzustehen, entwickelt Schritt für Schritt innere Stärke und Klarheit.

Frauen sitzen in einem Meeting-Raum um einen Tisch und diskutieren gestikulierend.

Empowerment als Teil der Inneren Medizin

Mit „Mach dich stark" setzt Die Internistin ein klares Zeichen: Themen wie Kommunikation, mentale Stärke, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung gehören zur professionellen Entwicklung von Medizinerinnen dazu. Die Internistin fördert Frauen nicht nur fachlich, sondern gibt ihnen Werkzeuge, um selbstbewusst ihren Platz einzunehmen – mit Klarheit, Haltung und Mut.

Und es ist nie zu spät, damit zu beginnen.