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Die Grundlage für die Einrichtung dieses Additivfaches lag in der rapiden Zunahme an internistischen Intensivstationen seit der Gründung der ersten derartigen Einrichtung 1971 an der I. Medizinischen Universitätsklinik in Wien. Darüber hinaus hat die  internistische Intensivmedizin in den Jahren seit ihrer Einführung rasante Fortschritte gemacht. Ursprünglich konzentriert auf die Behandlung von Einzelorganversagen entwickelte sich zwischenzeitlich daraus ein hoch spezialisiertes Fachgebiet, das die Behandlung hoch-komplexer, kritisch kranker Patient:innen umfasst.

1979 wurden schließlich vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen Kriterien für Überwachungsstationen und  für Intensivstationen geschaffen, in denen auch die Qualifikationen für  deren Leitung festgelegt und schließlich in den ÖSG übernommen wurden. Das Additivfach für Intensivmedizin gilt somit  als  Voraussetzung für die Leitung einer internistischen Intensivstation ab Stufe  I. Die Ausbildung im Sonderfach Innere Medizin und Intensivmedizin dauert drei Jahre im Anschluss an die Sonderfach-Grundausbildung.  Die  Ausbildungsinhalte umfassen die pathophysiologischen Prozesse schwerer internistischer Erkrankungen, invasives und nicht invasives Monitoring, invasive und nicht invasive Atemunterstützung sowie  Durchführung aller gängigen Organersatztherapieverfahren. Darüber hinaus beinhaltet die Ausbildung zur Intensivmedizin organisatorische und ethische Aspekte, invasive diagnostische und therapeutische  Fertigkeiten, Hirntod-Diagnostik und Teamführung. Die Ausbildung wird mit einer Facharztprüfung abgeschlossen.

Die Repräsentation auf nationaler wissenschaftlicher Ebene erfolgte durch die Österreichische Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensivmedizin (ÖGIAIM), die 2012 um die Agenden der internistischen Notfallmedizin erweitert und in Österreichische Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensiv- und Notfallmedizin  (ÖGIAIN)  umbenannt wurde. Die ÖGIAIN fördert die Ausbildung und Weiterbildung der internistisch tätigen Ärzte auf diesem Spezialgebiet sowie die gemeinnützige Forschungsarbeit auf dem Gebiet der internistischen Intensivmedizin und unterstützt zahlreiche Forschungsprojekte. Sie organisiert hochkarätige Fortbildungsangebote und wissenschaftliche Kongresse (Wiener Intensivmedizinische Tage, die deutsch-österreichische Jahrestagung gemeinsam mit der DGIIN, Fortbildungsseminare und –kurse). Daneben ist die Gesellschaft in zahlreichen Gremien berufspolitisch aktiv.

Traditionellerweise besteht eine sehr enge Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN) mit der neben der Jahrestagung auch Publikationen (Intensiv News, Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin) herausgegeben werden, sowie der European Society of Intensive Care Medicine (ESICM).

 

Univ.Prof.Dr. Thomas Staudinger
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Internistische und Allgemeine Intensivmedizin und Notfallmedizin

ÖGIAIN