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Intensivmedizin und Notfallmedizin

Das Additivfach Intensivmedizin im Fach Innere Medizin wurde 1994 in der Ärzteausbildungsordnung (BGB Nr. 152/194)  vom Bundesministerium für Gesundheit  und der Österreichischen Ärztekammer eingeführt. Somit wurde das Österreichische System an das vieler europäischer Länder wie Deutschland, Frankreich oder England angeschlossen. Der in einigen anderen europäischen Ländern gewählte  Weg zu einem eigenen Sonderfach Intensivmedizin (Portugal, Spanien, Schweiz) wurde in Österreich bislang noch nicht konkret beschritten.

Die Grundlage für die Einrichtung dieses Additivfaches lag in der rapiden Zunahme an internistischen Intensivstationen seit der Gründung der ersten derartigen Einrichtung 1971 an der I. Medizinischen Universitätsklinik in Wien.  Darüber hinaus hat die  internistische Intensivmedizin in den Jahren seit ihrer Einführung 1970 rasante Fortschritte gemacht. Ursprünglich konzentriert auf die Behandlung von Einzelorganversagen entwickelte sich zwischenzeitlich daraus ein hoch spezialisiertes Fachgebiet, das auch die Behandlung komplexer Fälle incl. Multiorganversagen umfasst.

1979 wurden schließlich vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen Kriterien für Überwachungsstationen und  für Intensivstationen geschaffen, in denen auch die Qualifikationen für  deren Leitung festgelegt und schließlich in den ÖSG übernommen wurden. Das Additivfach für Intensivmedizin gilt somit  als  Voraussetzung für die Leitung einer internistischen Intensivstation ab Stufe  I. Die Ausbildung im Additivfach Intensivmedizin dauert drei Jahre  in einer anerkannten Ausbildungsstätte, wobei ein Jahr auf der Ausbildung zum Sonderfach Innere Medizin anrechenbar ist.  Die  Ausbildungsinhalte umfassen die pathophysiologischen Prozesse schwerer internistischer Erkrankungen,  invasives und nicht invasives Monitoring, invasive und nicht invasive maschinelle Beatmung sowie  Durchführung aller gängigen Organersatztherapieverfahren. Darüber hinaus beinhaltet die Ausbildung zur Intensivmedizin organisatorische und ethische Aspekte, invasive diagnostische und therapeutische  Fertigkeiten, Hirntod-Diagnostik und Teamführung.

Die Etablierung des Sonderfaches sowie die sukzessive Errichtung mehrerer internistischer Intensivstationen an den drei Universitätskliniken Innsbruck, Graz und Wien sowie an einigen Schwerpunktkrankenhäusern in den Bundesländern war ein wesentlicher Stimulus für die Aktivierung der wissenschaftlichen Aktivität auf dem Gebiet der internistischen Intensivmedizin. Die Repräsentation auf nationaler wissenschaftlicher Ebene erfolgte durch die Österreichische Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensivmedizin (ÖGIAIM), in der Generalversammlung  anlässlich der WIT 2012 um die Agenden der internistischen Notfallmedizin erweitert und in Österreichische Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensiv- und Notfallmedizin  (ÖGIAIN)  umbenannt wurde.

Traditionellerweise besteht eine sehr enge Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin sowie der Europäischen Gesellschaft für Intensive Care Medicine (ESICM).

Prim.Univ.Prof.Dr. Andreas Valentin, MBA
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für
Internistische und Allgemeine Intensivmedizin und Notfallmedizin (ÖGIAIN)

Weiterführende Links

Österreichischen Gesellschaft für Internistische und Allgemeine Intensivmedizin und Notfallmedizin