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Gastroenterologie und Hepatologie

Der großen Bedeutung der Gastroenterologie und Hepatologie wurde in Österreich später und anders als in vielen vergleichbaren Ländern, nämlich erst vor knapp zwanzig Jahren mit der Schaffung eines Additivfaches im Sonderfach Innere Medizin, Rechnung getragen.

Die Ausbildungsinhalte umfassen die Physiologie, Pathophysiologie, Ätiologie und Pathogenese, Symptomatologie, Diagnostik und Therapie des gesamten Gastrointestinaltraktes inkl. Leber, Galle und Pankreas. Neue Erkenntnisse sprechen diesen Organen und ihren interaktiven Funktionen eine wichtige Rolle zu: im Stoffwechsel bis hin zu Adipositas, Lebererkrankungen und Typ-2-Diabetes. Dementsprechend haben Ernährung und Diätetik einen wesentlichen Stellenwert in der Ausbildung. Funktionsdiagnostik sowie Diagnostik und Therapie psychosomatischer Erkrankungen nehmen entsprechend ihrer Häufigkeit in unserer Bevölkerung einen wichtigen Platz ein.

Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten wie den, vor allem auch chronischen, viralen Hepatitiden oder gastrointestinalen Infektionen sind ebenso Bestandteil der Ausbildung wie die immun-mediierten Erkrankungen bislang ungeklärter Ätiologie, z.B. primär biliäre Zirrhose, M. Crohn oder Colitis ulcerosa.

Diagnostik, Frühkennung und Vorbeugung sowie Therapie von Tumorerkrankungen des Gastrointestinaltraktes sind wesentliche Aufgaben unseres Fachgebietes. Dabei kommt der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Radiologie, Chirurgie, Pathologie, Onkologie, u.a. in der täglichen Arbeit und daher auch in der Ausbildung eine große Bedeutung zu.

Einen ganz wesentlichen  Teil  in unserem Additivfach  spielt die gastrointestinale Endoskopie. Sie hat sich von einer rein diagnostischen Methode zur teils sogar endgültigen Therapie entwickelt, Beispiel endoskopische Papillotomie mit Steinextraktion bei der Choledocholithiasis, oder auf das Feld der Früherkennung von bösartigen Erkrankungen in Richtung der Vorbeugung ausgeweitet, Beispiel Polypektomie als Vorbeugung des kolorektalen Karzinoms oder Mukosektomie bei Dysplasie in einem Barrettösophagus. Eine profunde Ausbildung in diagnostischer und interventioneller Endoskopie inkl. Endosonographie ist daher wesentlicher Teil der Ausbildung.

Die abdominelle Ultraschalldiagnostik zählt ebenfalls zum Grundrepertoire unseres Fachgebietes und ist Fixpunkt unserer Ausbildung.  

Die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie -ÖGGH- gilt als wissenschaftliche und zunehmend auch standespolitische Vertretung dieses Faches und ist international vernetzt und präsent. Zur Wissenschaftsförderung und laufenden Weiterbildung bietet die ÖGGH weiters ein breites Kongress- und Fortbildungsprogramm, das sich stets dem Stand der Forschung anpasst.

Prim.Univ.Prof.Dr. Rainer Schöfl
Krankenhaus der Elisaabethinen, 4. Interne Abteilung, Linz
Präsident ÖGGH

Weiterführende Links

Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie
UEGF (United European Gastroenterology Federation)
EASL (European Association for the Study of the Liver)
WGO (World Gastroenterology Organisation)
ECCO (European Crohn's and Colitis Organisation)
ESGE (European Society of Gastrointestinal Endoscopy)