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Angiologie

Das Additivfach Angiologie im Sonderfach Innere Medizin wurde 1994 vom Bundesministerium für Gesundheit und der Österreichischen Ärztekammer eingeführt. Die Grundlage dafür waren der enorme Wissenszuwachs hinsichtlich der Ätiopathogenese von Erkrankungen in allen Gefäßbereichen und die Neuentwicklung von spezifischen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Damit war das Sonderfach Innere Medizin auf Augenhöhe mit vielen anderen europäischen Staaten, in denen die Angiologie bereits als Additivfach der Inneren Medizin anerkannt war (z. B. Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Slowenien, Tschechien, Belgien, Holland, Griechenland). Die Ausbildungsinhalte umfassen die physiologischen und pathologischen Prozesse im arteriellen, im venösen und im lymphatischen Gefäßsystem sowie deren diagnostische Möglichkeiten und die therapeutischen Beeinflussbarkeiten, ausgenommen chirurgische Interventionen. Die Ausbildung im Additivfach Angiologie dauert drei Jahre in einer anerkannten Ausbildungsstätte, wobei ein Jahr aus der Ausbildung zum Sonderfach Innere Medizin anrechenbar ist.

Mit der Etablierung des Additivfaches Angiologie entstanden an den Universitätskliniken für Innere Medizin sowie an internistischen Abteilungen entsprechende eigenständige Struktureinheiten (Klinische Abteilung für Angiologie) bzw. Schwerpunktsetzungen. Dies war ein wesentlicher Stimulus für eine intensive Aktivierung der wissenschaftlichen Aktivität auf dem Gebiet der Angiologie, was zu einer nationalen und internationalen Anerkennung der „Angiologie in Österreich“ führte. Die Repräsentation der Angiologie auf der nationalen wissenschaftlichen Ebene erfolgt durch die Österreichische Gesellschaft für Internistische Angiologie, die seit 2010 auch Teil des Österreichischen Gefäßverbandes ist sowie auch in der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin; auf internationaler Ebene durch die International Union of Angiology, Section of Vascular Medicine der European Society of Cardiology und durch Kooperation mit der Society of Vascular Medicine in den USA. Traditionellerweise besteht eine sehr enge Kooperation, u. a. eine regelmäßige gemeinsame Dreiländertagung mit der Deutschen Gesellschaft für Angiologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Angiologie.

ao.Univ.Prof.Dr. Gerit Schernthaner
Medizinische Universität Wien, Abteilung für Innere Medizin II, Klinische Abteilung für Angiologie

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