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Geschichte

Die Wurzeln der ÖGIM


Die Vorgeschichte der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) hat ihre Wurzeln in den um die jeweiligen Medizinischen Fakultäten in Wien, Graz und Innsbruck angesiedelten regionalen Gesellschaften für Innere  Medizin. Am 7.11.1901 konstituierte sich die „Gesellschaft  für  Innere Medizin in Wien“ unter dem Vorsitz von Prof. Hermann Nothnagel (Präsident 1901– 1904), dem damaligen Vorstand der I. Medizinischen Universitätsklinik. Diese erste Gesellschaft der Inneren Medizin war ursprünglich in Fachsektionen gegliedert und beherbergte bis 1927 auch die Sektion Kinderheilkunde, deren Plenum am 11.5.1927 den Austritt aus der „Gesellschaft  für  Innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien“ beantragte (Wiener Medizinische Wochenschrift 27: 876, 1927). Dieser Beschluss wurde per 15.12.1927 umgesetzt. 

In den folgenden Jahren wechselten sich im Wesentlichen die Vorstände der beiden Wiener Medizinischen Universitätskliniken im Vorsitz der „Gesellschaft für Innere Medizin in Wien“ (später: Sektion Wien, Niederösterreich und Burgenland der ÖGIM) ab. Diese Vorgangsweise wurde bis zur Neustrukturierung der Universitätskliniken für Innere Medizin im Jahr 1992 beibehalten und anschließend auf die vier Wiener Universitätskliniken der Inneren Medizin ausgeweitet.

Konstituierende Versammlung 1966

Die Diskussion über die Notwendigkeit einer „Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin“ geht auf das Jahr 1952 zurück. Am 10. März 1952 fand eine erste Ausschuss-Sitzung  zu diesem Thema im Vorstandszimmer der I. Medizinischen Universitätsklinik Wien mit den Teilnehmern Univ.-Prof.Dr. E. Lauda, Univ.-Prof.Dr.K. Fellinger, Univ.-Prof.Dr. R. Boller, Univ.-Prof.Dr. R. Klima, Univ.-Prof.Dr. Zimmermann-Meinzingen, Univ.-Doz.Dr. H. Fleischhacker und Dr. E. Keibl statt. 

Diese Gespräche wurden 1954 fortgesetzt, wobei zunächst an die Schaffung einer Dachorganisation für regionale Gesellschaften, aber bald auch an die Gründung einer neuen Gesellschaft, gedacht wurde. Die drängenden Probleme der Zeit verhinderten jedoch eine zügige Umsetzung der diskutierten Pläne, sodass erst 1965 ein Proponentenkomitee aus 15 Internisten aus allen Bundesländern zusammentrat, um konkrete Statuten auszuarbeiten. Diese Statuten wurden am 19.7.1966 vom Bundesministerium für Inneres genehmigt, am 18.10.1966 wurde die konstituierende Versammlung abgehalten und am 7.11.1966 erfolgte die Bestätigung der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) durch das Bundesministerium für Inneres. 

Nach Beschluss einer Geschäftsordnung wurden 1967 zunächst die „Wiener Gesellschaft für Innere Medizin“ und die „Gesellschaft für Innere Medizin an der Universität Graz“ als Zweigvereine in die ÖGIM aufgenommen sowie eine Zweigstelle in Oberösterreich gegründet. 1973 folgte die Gründung einer Zweigstelle in Salzburg, die bereits ein Jahr später in einen Zweigverein umgewandelt wurde. Aufgenommen wurden weiters eine Arbeitsgruppe „Ultraschall“ (1978) und ein Arbeitskreis „Angiologie“ (1984). 

Um 1978 begann die Diskussion über eine Überarbeitung der Statuten, wobei schließlich die Konzeption eines „Dachverbandes der in den Bundesländern ansässigen wissenschaftlichen Vereine von Fachärzten der Inneren Medizin“ favorisiert  wurde. Diese entsprechenden Statuten traten nach Beschluss der Generalversammlung 1983 in Kraft und behielten – mit kleinen Adaptierungen – ihre Gültigkeit bis zum Jahr 2002. Dieser ÖGIM gehörten damit die Sektion Wien-Niederösterreich-Burgenland, die Sektion Oberösterreich-Salzburg, die Sektion Tirol-Vorarlberg und die Sektion Steiermark-Kärnten-Osttirol an.

ÖGIM wird eine Individualgesellschaft


Unter der Präsidentschaft von Univ.Prof.Dr. W. Waldhäusl erfolgte  die Umwandlung der ÖGIM vom Dachverband in eine Individualgesellschaft unter Beibehaltung der möglichen Gliederung in regionale und fachliche Sektionen. Gleichzeitig wurde die bisherige einjährige Funktionsperiode des Präsidenten auf drei Jahre mit der Möglichkeit einer einmaligen Wiederwahl verlängert.

Spezialisierung erfordert Umstrukturierung

Das breite Aufgabenspektrum der ÖGIM spiegelt sich seither in der Zusammensetzung des Vorstandes und des Ausschusses wider, in dem Vertreter aus allen Bereichen der Inneren Medizin - universitär und nichtuniversitär – vertreten sind. Die zunehmende Spezialisierung und Diversifizierung innerhalb des Faches Innere Medizin erforderte auch eine Weiterentwicklung der ÖGIM. Um weiterhin alle internistischen Additivfächer zu repräsentieren, wurden 2009 unter der Präsidentschaft von Univ.-Prof.Dr. E. Pilger die regionalen und fachlichen Sektionen aufgehoben und gleichzeitig die jeweiligen Präsidenten der wissenschaftlichen Gesellschaften der internistischen Additivfächer sowie der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie in den Ausschuss der ÖGIM ex offo aufgenommen. Aus den regionalen Sektionen entstanden die Fortbildungsregionen.

Mission Statement der EFIM

Diese neue Struktur reaktiviert das integrative Konzept der ersten Statuten dieser Gesellschaft und berücksichtigt auch das Mission Statement der Europäischen Föderation für Innere Medizin (EFIM), die die Aufgaben unseres Faches wie folgt beschreibt: 

„Das Fach Innere Medizin ist die Kerndisziplin der gehobenen medizinischen Grundversorgung. Als solches widmet es sich der Betreuung von Erwachsenen mit komplexen akuten und chronischen Erkrankungen. Das Fach ,Innere Medizin‘ sichert dadurch die ärztliche Betreuung der Patienten ganzheitlich und integriert koordinierend die Mitbetreuung durch Spezialgebiete aller Art, sowohl im Krankenhaus als auch im niedergelassenen Bereich. Die Betreuung durch den Facharzt für Innere Medizin ist patientenzentriert und ethischen, wissenschaftlichen sowie holistischen Prinzipien verpflichtet.“

Kongresspräsidentschaft & Tagungsorte

Die ersten Kongresse der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin waren die Jahrestagung in Innsbruck 1969, gefolgt von Tagungen in Salzburg (1971) und Klagenfurt (1972). Den Plan, den zweiten Kongress 1970 in Wien abzuhalten, musste man wegen Terminschwierigkeiten fallen lassen. Von 1974 bis 1990 fanden alle Jahrestagungen der ÖGIM in Salzburg statt, wo sie ab 1978 eine Heimstätte im Kongresshaus fanden. Das hier vorhandene größere Platzangebot ermöglichte die Organisation einer Industrieausstellung und begünstigte dadurch den Besuch der Jahrestagungen. 
Ab 1991 wechselten die Tagungsorte der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin zwischen den einzelnen Landeshauptstädten, wobei sowohl die rege Kongresstätigkeit als auch die größeren Raumerfordernisse eine langfristige Planung erforderlich machten. Die Verantwortung für die Organisation der Jahrestagungen wechselte bis 2005 im Turnus zwischen den Vorständen der Österreichischen Universitätskliniken für Innere Medizin. Nach einem Beschluss der Generalversammlung 2004 sollten künftig jedoch nicht nur Vorstände und Leiter von Klinischen Abteilungen der Universitätskliniken für Innere Medizin mit der Organisation des jährlichen Kongresses beauftragt werden. 2006 wurde daher erstmals der Primarius der I. Internen Abteilung  im LKH Wiener Neustadt, Univ.-Prof.Dr. H. Niesner, mit der Aussrichtung der Jahrestagung in Baden beauftragt. Seither wird die Kongresspräsidentschaft alle 4 Jahre einem Primarius  übertragen.

Neue internistische Sonderfächer

Im Zug der Novellierung der Ärzteausbildungsordnung 2015, in der alle Additivfächer aufgelassen wurden, kam es unter der Präsidentschaft von Univ.Prof.Dr.Herbert Watzke zu einer völligen Neustrukturierung des Fachbereichs der Inneren Medizin. Es sind dabei nach internationalem Vorbild 11 Sonderfächer der Inneren Medizin entstanden: der  "Facharzt für Innere Medizin" und  zehn weitere Ausbildungswege zu Fachärzten für Innere Medizin mit Spezialisierung in einer der folgenden Disziplinen: Angiologie, Endokrinologie und Diabetologie, Gastroenterologie und Hepatologie, Hämatologie und Onkologie, Infektiologie und Tropenmedizin, Internistische Intensivmedizin, Kradiologie, Nephrologie, Pneumologie und Rheumatologie. Der ÖGIM obliegt dabei die curriculare Gestaltung der für alle internistischen  Fächer einheitlichen 27-monatigen Grundausbildung in Innere Medizin sowie der 36-monatigen Spezialausbildung im Sonderfach "Facharzt für Innere Medizin". In diese Bereiche ist die ÖGIM auch für die Facharztprüfung zuständig. Da diese Sonderfächer aus ehemaligen Additivfächern hervorgegangen sind wird die formale Gesellschaftsstruktur der ÖGIM von diesen Änderungen selbst nicht wesentlich berührt.

Univ.Prof.em.Dr. W. Waldhäusl
Univ.Prof.Dr. E. Pilger
Univ. Prof.Dr. H. Watzke