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Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin

Status Quo

Die derzeit gültige Ausbildungsordnung zum Facharzt für Innere Medizin ist seit Jahren Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Gründe dafür sind einerseits die unterschiedlichen Vorgangsweisen in der Umsetzung und Länge der Ausbildung und andererseits die eingeschränkte Anerkennung einzelner Additivfächer innerhalb des EU-Raums.

Gesamtausbildungsdauer

Mit dem von einigen Ausbildungsstätten geforderten Ius Practicandi als Vorbedingung für die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin ist die Ausbildungsdauer mit acht bis neun Jahren deutlich länger als in den übrigen EU-Staaten. Mit einer zusätzlichen Ausbildung in einem Additivfach erstreckt sich die Gesamtausbildungsdauer auf zehn bis elf Jahre. Österreichische Fachärzte für Innere Medizin mit einem Additivfach sind daher sowohl hinsichtlich der Ausbildungsdauer als auch hinsichtlich der Anerkennung der Additivfächer als Spezialfach gegenüber den Kolleginnen und Kollegen aus den meisten anderen EU-Staaten benachteiligt. Seit Jahren weist die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin auf diese Problematik hin und führt bei jeder Jahrestagung eine entsprechende Diskussion unter Einbindung der Österreichischen Ärztekammer durch.

Modell für die künftige Ausbildung

Aktuell wurde im Rahmen einer Sitzung der Österreichischen Ärztekammer mit den Assoziierten Wissenschaftlichen Gesellschaften im Jänner 2012 vom Vorsitzenden des Bildungsausschusses, Herrn Ärztekammerpräsident von Oberösterreich Dr. Niedermoser, ein Modell für die künftige Ausbildung vorgestellt.
Demnach wird ab dem Studienjahr 2014/2015 das 6. Studienjahr an allen Medizinischen Universitäten Österreichs als ein sogenanntes Klinisch Praktisches Jahr (KPJ) abgehalten werden, in dem die Studierenden im Umfang von 48 Wochen ausschließlich an klinischen Abteilungen und bei Allgemeinmedizinern tätig sein werden.
Nach der Sponsion müssen alle AbsolventInnen ein „Medizinisches Basisjahr“ absolvieren und können danach in die Ausbildung zu einem Sonderfach oder zum Arzt für Allgemeinmedizin einsteigen. Das Basisjahr wird dabei für die Ausbildung angerechnet, sodass die Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin maximal sechs Jahre nach der Graduierung erfordert. Im Rahmen der Facharztausbildung soll jedoch eine einjährige Rotation außerhalb der Ausbildungsstätte verpflichtend werden.

Zusätzlich ist die additive Ausbildung in einem bestimmten Modul aus einem Additivfach möglich.

Grundsätzlich ist dieser Ansatz positiv zu sehen, da vor allem die Ausbildungszeit verkürzt wird. Allerdings ist die verpflichtende Rotation an den Ausbildungsstätten der Universitätskliniken mitunter problematisch, da die Auszubildenden neben der medizinischen Facharztausbildung auch verpflichtend in der Lehre und in der Forschung eingebunden sind. Des Weiteren muss auch bei dem geplanten Modulsystem darauf geachtet werden, dass die bestehenden Additivfächer nicht unterlaufen werden und dies zu einem „Rosinenpicken“ führt.

Insgesamt ist der Vorschlag zu begrüßen, es bedarf jedoch noch einiger Diskussionen und Klarstellungen.

Univ.-Prof. Dr. Ernst Pilger
Leiter der Klinischen Abteilung für Angiologie
Univ.-Klinik für Innere Medizin Graz